Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Benutzeravatar
jebeyer
Beiträge: 1370
Registriert: So 24. Apr 2016, 11:45
Internet: 400/12 über FB 6660 (07.22-82190)
TV Pakete: keine
Wohnort: Chemnitz

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von jebeyer » Do 27. Feb 2020, 20:37

Update bzgl. Glasfaser:
26. Februar 2020: Q&A zu Glasfaser und Endgerätefreiheit

Glasfasertechnologie ist Zukunftstechnologie. Um angesichts der zunehmenden Anzahl an Glasfaseranschlüssen in Deutschland im Hinblick auf die freie Endgerätewahl gut “gerüstet” zu sein, beantwortet der VTKE die in der Diskussion meistgestellten Fragen.

Die Q&A finden Sie hier (PDF-Dokument).
Quelle: https://vtke.eu/aktuelles/ und weiterführendes Q&A-PDF https://vtke.eu/wp-content/uploads/2020 ... eiheit.pdf
0 x
Bild
Pure Speed 400 mit Fritzbox 6660 an Arris CMTS 20x4 (TC)

Benutzeravatar
jebeyer
Beiträge: 1370
Registriert: So 24. Apr 2016, 11:45
Internet: 400/12 über FB 6660 (07.22-82190)
TV Pakete: keine
Wohnort: Chemnitz

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von jebeyer » Do 18. Jun 2020, 18:30

Update: Quelle: https://vtke.eu/aktuelles/
6. März 2020: VTKE: GEREK-Leitlinien zum Netzabschlusspunkt ermöglichen europaweite Endgerätefreiheit

Der VTKE begrüßt, dass das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) seine Leitlinien zur Festlegung des Netzabschlusspunktes veröffentlicht hat.

Im Einklang mit den Leitlinien können die nationalen Regulierungsbehörden nun den Netzabschlusspunkt rechtssicher und zweifelsfrei an der passiven (Anschluss-)Dose an der Wand (Teilnehmeranschlussleitung) festlegen.

Mit einer Verortung des Netzabschlusspunktes an der „Dose an der Wand“ können die Endnutzer ein Endgerät, das ihren individuellen Ansprüchen am besten entspricht, im Handel erwerben und an ihrem Anschluss nutzen.

Die Leitlinien beschäftigen sich auch mit ‚objektiven technologische Notwendigkeiten‘, die einen Netzabschlusspunkt an anderer Stelle als an der „Dose an der Wand“ begründen könnten. Der VTKE hält in diesem Zusammenhang fest, dass es keine technischen Gründe gibt, die gegen die freie Endgerätewahl sprechen. Dies hat sich in Ländern, in denen die Endgerätefreiheit bereits wiederhergestellt und sehr erfolgreich praktiziert wird (wie bspw. Italien oder Deutschland), bestätigt.

Eine europaweite Harmonisierung der Netzabschlusspunkt-Regulierung zur Wiederherstellung der Endgerätefreiheit in der gesamten Europäischen Union, wie sie nun auf Basis der GEREK-Leitlinien möglich ist, führt zu einem offenen, fairen Wettbewerb im Markt für Telekommunikationsendgeräte und damit zu innovativen Produkten, von denen insbesondere die Endnutzer profitieren.

Die GEREK-Leitlinien zur Festlegung des Netzabschlusspunktes finden Sie hier (pdf-Dokument in englischer Sprache).
Link zum PDF: https://berec.europa.eu/eng/document_re ... s-to_0.pdf
0 x
Bild
Pure Speed 400 mit Fritzbox 6660 an Arris CMTS 20x4 (TC)

sparkie
Beiträge: 188
Registriert: Fr 5. Jan 2018, 12:10
Internet: KMS/cablesurf 200/8 via TC4400

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von sparkie » Do 18. Jun 2020, 18:42

danke fuer die Info, liest sich doch ganz nett :D
0 x

Franky
Beiträge: 124
Registriert: Sa 31. Mär 2018, 12:40
Internet: Surf&Phone 200/8
TV Pakete: HD Basic CI+
Wohnort: Zwickau

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von Franky » Do 18. Jun 2020, 19:19

Damit ist das Thema hoffentlich vom Tisch, auch wenn ich leider noch nicht glaube, dass die Betreiber so einfach aufgeben...
0 x
Bild
Surf & Phone 200/8 via eig. FB6490 an ARRIS 16x4

Benutzeravatar
Kasimir
Beiträge: 1771
Registriert: Sa 2. Jul 2016, 15:44
Internet: 150/12

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von Kasimir » Do 18. Jun 2020, 20:51

[...]Dies hat sich in Ländern, in denen die Endgerätefreiheit bereits wiederhergestellt und sehr erfolgreich praktiziert wird (wie bspw. Italien oder Deutschland), bestätigt.

Eine europaweite Harmonisierung der Netzabschlusspunkt-Regulierung zur Wiederherstellung der Endgerätefreiheit in der gesamten Europäischen Union, wie sie nun auf Basis der GEREK-Leitlinien möglich ist, führt zu einem offenen, fairen Wettbewerb im Markt für Telekommunikationsendgeräte und damit zu innovativen Produkten, von denen insbesondere die Endnutzer profitieren.
den markt muss ich verpasst haben... warum erzählt mir keiner was von der innovativen produktvielfalt..? :lol:
0 x

Benutzeravatar
jebeyer
Beiträge: 1370
Registriert: So 24. Apr 2016, 11:45
Internet: 400/12 über FB 6660 (07.22-82190)
TV Pakete: keine
Wohnort: Chemnitz

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von jebeyer » Mo 21. Sep 2020, 14:46

Update:
17. September 2020: Für mehr Innovation und mehr Breitband: Provider erhalten Unterstützung bei der Umsetzung der Routerfreiheit durch die Bundesnetzagentur (Presseinformation)

Der von der Projektgruppe des Ausschusses technische Regulierung in der Telekommunikation (ATRT) der Bundesnetzagentur veröffentlichte Praxisleitfaden verschafft der Routerfreiheit einen weiteren wichtigen Schub. Der Leitfaden unterstützt Provider bei der für sie verpflichtenden Veröffentlichung von Schnittstellenspezifikationen. Diese sind wichtig für das reibungslose Zusammenspiel von Netz und Endgerät wie Smartphone, Telefon oder Router.

Der VTKE begrüßt die jüngst veröffentlichten Ergebnisse der Projektgruppe. Durch sie können Provider die Schnittstellenspezifikation noch transparenter, praxisnäher und effizienter umsetzen. Auch Innovationen im Bereich der Telekommunikationsendgeräte lassen sich so künftig noch schneller realisieren. Hersteller von Endgeräten können verlässlich Produkte entwickeln, die kompatibel zu den Netzen sind. Da immer mehr Glasfaseranschlüsse auch durch kleinere, regionale Anbieter geschaffen werden, ist eine adäquate Veröffentlichung von Schnittstellenspezifikationen besonders wichtig. Denn nur so kann die hochleistungsfähige Breitbandinfrastruktur schneller ausgebaut und genutzt werden.

Die Projektgruppe „Schnittstellenbeschreibungen gemäß §41c TKG“

Mit dem Anschlussrecht für Telekommunikationsendgeräte sind Netzbetreiber verpflichtet, eine technische Beschreibung ihrer Schnittstellen für den Zugang zum Netz und seinen Diensten (wie z.B. Internetzugang oder Telefonie) zu veröffentlichen.

Daher hat der die Bundesnetzagentur beratende Ausschuss technische Regulierung in der Telekommunikation (ATRT) eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der praktischen Umsetzung der Veröffentlichungspflichten beschäftigt hat. Diese aus Netzbetreibern, Endgeräteherstellern, Anwendern sowie Experten der Bundesnetzagentur bestehende Projektgruppe hat ihre Arbeit nun abgeschlossen und einen Praxisleitfaden zur Veröffentlichung der Schnittstellenspezifikationen veröffentlicht. Besondere Berücksichtigung fanden dabei die Netzabschlüsse im Next Generation Network (NGN, z.B. xDSL, DOCSIS, FTTx, Mobilfunk) sowie die Anforderungen für die Entwicklung von IP-/SIP-basierten Telekommunikationsendgeräten.

Link zum Mandat, Abschlussbericht und Praxisleitfaden der Projektgruppe sowie zur Stellungnahme der Bundesnetzagentur:

www.bundesnetzagentur.de/atrt-pg-ssb

17. September 2020: Für mehr Innovation und mehr Breitband: Provider erhalten Unterstützung bei der Umsetzung der Routerfreiheit durch die Bundesnetzagentur (PDF-Dokument)
Quellen:

https://vtke.eu/aktuelles/

https://vtke.eu/wp-content/uploads/2020 ... bungen.pdf

https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Sac ... -node.html
0 x
Bild
Pure Speed 400 mit Fritzbox 6660 an Arris CMTS 20x4 (TC)

Benutzeravatar
jebeyer
Beiträge: 1370
Registriert: So 24. Apr 2016, 11:45
Internet: 400/12 über FB 6660 (07.22-82190)
TV Pakete: keine
Wohnort: Chemnitz

Re: Provider gegen Kunden: Wiederbelebung des Routerzwangs droht

Beitrag von jebeyer » Fr 20. Nov 2020, 21:44

Update: (Hervorhebungen meinerseits)
19. November 2020: Hintertür für Routerzwang: VTKE warnt vor Umgehung der Endgerätefreiheit bei geplanter Gesetzesänderung (Presseinformation)

Durch einen neu aufgenommenen Absatz im Entwurf der Novelle des Telekommunikationsgesetzes ist es möglich, per Ausnahmeregelung die Endgerätefreiheit in Einzelfällen außer Kraft zu setzen. Diese Öffnungsklausel birgt das Risiko, dass Verbraucherrechte eingeschränkt und die freie Endgerätewahl de facto abgeschafft werden könnten. Der Verbund der Telekommunikations-Endgerätehersteller (VTKE) fordert daher die Streichung des Absatzes aus dem Gesetzentwurf.

Der VTKE begrüßt die grundsätzliche Beibehaltung des passiven Netzabschlusspunktes in § 70 Abs. 1 des Entwurfs. Diese Festlegung entspricht den GEREK-Leitlinien zur Festlegung des Netzabschlusspunktes und ist der Grundstein für eine freie Endgerätewahl in Deutschland (GEREK = Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation).

Die in § 70 Abs. 2 neu aufgenommene Regelung, dass die BNetzA Ausnahmen vom passiven Netzabschlusspunkt zulassen kann, führt zu erheblicher Rechtsunsicherheit und ist geeignet, die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher auf eine freie Endgerätewahl de facto abzuschaffen. Es existieren keinerlei technische Gründe, die solche Ausnahmeregelungen erfordern. Die äußerst positiven Erfahrungen mit der freien Endgerätewahl in den letzten mehr als vier Jahren bestätigen dies.

Demgegenüber stehen erhebliche Risiken und Missbrauchspotential durch die Neuregelung. So könnte die Möglichkeit zur Ausnahme vom passiven Netzabschlusspunkt dazu genutzt werden, die Endgerätewahlfreiheit zu umgehen bzw. massiv zu erschweren. Der VTKE sieht die konkrete Gefahr, dass eine Vielzahl von Netzbetreibern Ausnahmen per Allgemeinverfügung über die BNetzA beantragen könnten, die durch die klare Definition des Netzabschlusspunktes als passiv im Gesetz eigentlich verhindert werden sollen.

Für die Verbraucherinnen und Verbraucher zöge dies neben der Einschränkung ihrer Rechte eine unübersichtliche Marktsituation nach sich. Gleichzeitig würde dadurch der Providerwechsel erschwert. Die Verbraucherinnen und Verbraucher könnten dann nämlich nicht mehr davon ausgehen, dass ihr Endgerät überall frei wählbar bzw. weiter nutzbar ist. Das ist weder im Sinne des Verbraucherschutzes noch der Endgerätewahlfreiheit oder des Wettbewerbs für mehr Innovation.

Der VTKE ist daher der Meinung, dass die Ausnahmeregelung in § 70 Abs. 2 gestrichen werden sollte. Ansonsten ist es möglich, dass die Endgerätefreiheit in Deutschland de facto abgeschafft würde.
Quellen:
https://vtke.eu/wp-content/uploads/2020 ... rzwang.pdf

https://vtke.eu/aktuelles/

Meine Meinung: Von dieser "Ausnahmeregelung" werden die Netzbetreiber auch massiv Gebrauch machen, sofern dieser Entwurf unverändert "durchgewunken" wird. Sie dürfte dann eher zur Regel werden.
Dann besteht die "Routerfreiheit" tatsächlich nur noch theoretisch und auf dem Papier.

Da teile ich die Befürchtung des VTKE. Die "Ausnahmeregelungen" dürften schon griffbereit in der Schublade der liegen...
0 x
Bild
Pure Speed 400 mit Fritzbox 6660 an Arris CMTS 20x4 (TC)

Antworten