Die Auswirkungen zeigen sich deutlich: Alles über 25 ms Latenz führt bei mir zu sichtbaren Rucklern – also klassisches „Ruckelkino“.
Mein Standardwert bei Xbox Cloud Gaming (XCloud) über PYUR liegt konstant bei etwa 35 ms (Frankfurt/Amsterdam, Microsoft Azure). Doch im Minutentakt steigt die Latenz auf rund 55 ms oder mehr – und dann beginnt es zu stocken.
Natürlich hat man auch bei anderen Verbindungen mal kurzfristig höhere Latenzen.
Auch auf der Arbeit erlebe ich das – allerdings nur alle 20 Minuten, und dort nutzen auch andere Geräte die Leitung gleichzeitig.
Ich habe eine PS5 Pro, aber manchmal möchte man eben auch PC-Games mit Maus und Tastatur spielen oder mal einen Simulations-Titel genießen.
Dafür jetzt noch einen stromhungrigen Gaming-PC zu kaufen, ist für mich nicht sinnvoll.
Mögliche Ursachen für die Schwankungen:
Ursache Erklärung
Überlastete Peerings PYUR spart oft an direkter Anbindung zu großen Netzwerken wie Microsoft oder Google. Die Folge: Datenpakete stauen sich.
Aggressives Traffic-Shaping ICMP (Ping/Traceroute) wird von PYUR teils blockiert oder verzögert – sichtbar als * * * im Traceroute.
Fehlerhafte Zwischenknoten Manchmal sind interne Routing-Knoten bei PYUR oder Partnern wie Tele Columbus defekt oder falsch konfiguriert.
Asymmetrisches Routing Der Hin- und Rückweg eines Pakets unterscheidet sich stark – daher wirkt der Traceroute unvollständig.
Firewall oder ICMP-Rate-Limiting Manche Netzwerkknoten antworten bewusst nicht auf ICMP, obwohl sie durchleiten – reine Sicherheitsmaßnahme.
Das war übrigens die Zusammenfassung und Analyse der Traceroute-Screens, die ich von ChatGPT erhalten habe.
Die Sache ist:
Ich kenne mein Glück – und wenn ich jetzt zur Telekom wechseln würde, kommt vermutlich innerhalb der nächsten zwei Jahre doch Glasfaser.
Laut einem Artikel im News-Bereich hat meine Hausverwaltung bereits angekündigt, bis 2029 alle Wohnungen auf Glasfaser umzustellen (weiterhin über PYUR).
Ein Techniker hatte mir damals nach der Sanierung gezeigt, dass unser Gebäude im Vollausbaugebiet liegt. Glasfaser liegt im Keller bereits an – es wurde nur bisher nicht in die Wohnungen hochgezogen, sondern weiterhin über Koaxialkabel (COAX) verteilt.
Ich dachte ursprünglich:
„Wenn Glasfaser im Keller liegt, dann sollte der Ping doch auch gut sein.“
Aber da lag ich wohl falsch, oder?
Denn: Das Routing über COAX ist offenbar ganz anders, wenn man damit ins Netz geht – selbst wenn unten Glasfaser ankommt.
Ein Freund von mir wohnt ein paar Straßen weiter in einem reinen Neubau mit voll durchgezogenem Glasfaseranschluss von PYUR – und erreicht über WLAN stabile 5–7 ms Ping.
Vermutlich liege ich mit meiner Vermutung also richtig?
Und ja, ihr habt recht:
PYUR wird da vermutlich nichts unternehmen. Die Leitung funktioniert aus ihrer Sicht ja technisch einwandfrei.
Wegen meiner 45 € monatlich (inklusive Kabel-HD und FritzBox-Miete bei 1 Gbit/s) wird sich da wahrscheinlich niemand hinsetzen – geschweige denn, überhaupt die Support-Nachricht öffnen.
Oposum hat geschrieben: Fr 25. Apr 2025, 19:51
Ein Traceroute zu 8.8.8.8 zeigt bereits ab Hop 7/8 (z. B. 212.122.60.249, 109.104.61.208) RTTs von über 30 ms, vereinzelt bis zu 40 ms. Die Endlatenz zum Ziel liegt stabil zwischen 26–35 ms, was für einen direkten Kabelanschluss über LAN deutlich über dem Normalwert liegt.
Latenzzeiten von 26-35ms sind in meinen Augen für einen DOCSIS 3.1-Kabelanschluss völlig im normalen, d.h. akzeptablem Rahmen.
Ich vermute, dass Dir hier PŸUR nicht helfen kann.