Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

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Mr.Charly
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Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Mr.Charly »

Deutschland gilt als Nachzügler beim Glasfaserausbau. Doch wie groß ist der Rückstand wirklich – und messen wir ihn überhaupt richtig? Die Antwort hängt davon ab, welche Zahlen man heranzieht. Und genau hier liegt ein Problem.

Beim Glasfaser-Versorgungsumfang kursieren zwei grundlegend unterschiedliche Begriffe: „Homes Connected“ und „Homes Passed“. Bei „Homes Connected“ ist die Sachlage eindeutig: Die Wohnung ist mit Glasfaser erschlossen und steht dem Bewohner bei Bedarf zur Verfügung. Bei „Homes Passed“ ist das anders. Hier führt eine Glasfaserleitung nur nahe am Gebäude vorbei – ohne tatsächlichen Anschluss ans Haus. Vorbei ist halt doch daneben: Der Internetanschluss der Anwohner wird dadurch nicht schneller. Gemäß der Definition des deutschen Breitbandatlas gelten jedoch auch solche Haushalte als versorgt.

In der Branchendiskussion wird die wachsende Zahl der „Homes Passed“ als Fortschritt verkauft, weil der verbleibende Erschließungsaufwand als überschaubar gilt. Tatsächlich beschreibt die Zahl nur ein technisches Anschlusspotenzial und keine reale Versorgung. Für Politik und Regulierer hat die Messgröße durchaus Nutzen: Sie zeigt, wie dicht das Glasfasernetz geknüpft ist, und hilft dabei, weiße Flecken für gezielte Fördermaßnahmen zu identifizieren. Zur Problemlösung des deutschen Rückstands trägt sie jedoch nichts bei.

Laut Marktanalyse des Bundesverbands Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) lag das Glasfaserpotenzial im Homes-Passed-Szenario 2025 bei 52,8 Prozent der deutschen Haushalte – ein Plus von 9,8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Dem gegenüber steht die deutlich ernüchternde Realität: Nur 14 Prozent der Haushalte nutzen tatsächlich einen Glasfaseranschluss. Diese Lücke zwischen Potenzial und Wirklichkeit ist das eigentliche Kernproblem.


FTTH/B Market Panorama, FTTH Council Europe’s Market Intelligence Committee, September 2025
Verschärft wird es durch eine schwache Wechselbereitschaft. Nur knapp 25 Prozent der Haushalte, denen Glasfaser zur Verfügung steht, wechseln auch tatsächlich. Im EU-Durchschnitt sind es 55 Prozent. Spitzenreiter wie Spanien und Frankreich liegen bei rund 90 Prozent. Deutschland und Österreich bilden das Schlusslicht. Die Marktforscher von Goldmedia haben in der ANGA-Marktstudie Ende 2024 berechnet, dass eine Akzeptanzquote, auch bekannt als Take-Up-Rate, von bis zu 69 Prozent erforderlich wäre, um Glasfaseranschlussnetze wirtschaftlich zu betreiben.

Für Tele Columbus mit seiner Marke PŸUR ist diese Realität kein abstraktes Branchenthema. Als Unternehmen, das seinen Schwerpunkt auf den tatsächlichen Anschluss der Haushalte legt, ist die Wechselwilligkeit der Bewohner ein wichtiger Faktor für Ausbauentscheidungen. Deshalb kommt regulatorischen Konzepten zur Abschaltung alter DSL-Netze, der sogenannten Kupfer-Glas-Migration, eine Schlüsselrolle zu. Das neue Telekommunikationsgesetz, das 2026 erwartet wird, muss hier klare und marktwirksame Vorgaben liefern. Politik, Regulierer und Branche müssen gemeinsam dafür sorgen, dass aus „Homes Passed“ endlich „Homes Connected“ werden – sonst bleibt Deutschland auch 2030 und darüber hinaus ein Glasfaser-Nachzügler. https://www.telecolumbus.com/die-glasfa ... -ins-haus/
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von PŸUR »

Hallo Mr.Charly, schau doch mal ob du bei PŸUR oder der aktuellen Aktion fündig wirst.

Felix12
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Felix12 »

Leider bietet auch Pyur nur einen Glasfaseranschluss für das Haus, aber nicht für die Wohnung an. Somit auch hier Nachholbedarf.
Joys
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Joys »

Wir haben seit langer Zeit Glasfaser von Pyur im Hauskeller und alte Koaxialkabel von dort in die Wohnungen. Ich könnte 1 Gigabit bestellen, reicht das nicht ?
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Jay
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Jay »

Joys hat geschrieben: Di 5. Mai 2026, 20:13 Wir haben seit langer Zeit Glasfaser von Pyur im Hauskeller und alte Koaxialkabel von dort in die Wohnungen. Ich könnte 1 Gigabit bestellen, reicht das nicht ?
Klar reicht das.

Wenn man euch dort 1 Gbit Glasfaser verkauft, müssen sie auch alles dafür bereitstellen
Coax als Lan-Netz kann je nach Technik, MoCA 2.5 z.b, 2,5 Gbit leisten.
Felix12
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Felix12 »

Glasfaser im Hauskeller bedeutet m.E. aber auch, dass sich die 1 GBit alle Hausbewohner teilen müssen. Oder irre ich mich da? Was bleibt dann noch übrig? 400 MBit u.U.
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Jay
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Jay »

Felix12 hat geschrieben: Sa 9. Mai 2026, 17:15 Glasfaser im Hauskeller bedeutet m.E. aber auch, dass sich die 1 GBit alle Hausbewohner teilen müssen. Oder irre ich mich da? Was bleibt dann noch übrig? 400 MBit u.U.
Das wäre nur der Fall, wenn lediglich eine Glasfaser verlegt worden wäre, aber Leitungen ins Haus haben oft doppelt so viele Glasfasern wie es Wohnungen gibt, falls mal eine kaputt geht. Kann auch sein das es nicht so ein Standart ist wie ich vermute, aber eine pro Wohnung ist es mit Sicherheit.

Je nach Techink, kann aber sogar eine einzelne Ader recht viel an Geschwindigkeit ausspucken.
Was da im Bereich Privathäuser etc, so standart ist, kann ich aber leider nicht sagen, aber 10Gbit könnten es wohl schon sein.

Am Ende macht das aber weniger Sinn, weil auch das dann noch mal extra durch einen Splitter laufen müsste, daher werden es wohl wie gewohnt mehrere Glasfasern sein.
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Kasimir
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Kasimir »

ich bezweifle, dass dort 1 Faser mit einem Gbit verlegt wird... das war vielleicht vor 15Jahren bei den DSL Kästen vorm Haus so, aber heute würde man das nicht mehr machen...

Die Glasfaser selbst ist so ziemlich das billigste am ganzen Ausbau, also warum damit geizen? Das teure sind im Allgemeinen die Erdarbeiten. und wenn dann noch auf DOCSIS umgesetz wird, hat das Ding mind. eine 10GBit Anbindung
Joys
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Joys »

Felix12 hat geschrieben: Sa 9. Mai 2026, 17:15 Glasfaser im Hauskeller bedeutet m.E. aber auch, dass sich die 1 GBit alle Hausbewohner teilen müssen. Oder irre ich mich da? Was bleibt dann noch übrig? 400 MBit u.U.
Ich habe damals (vor etwa 10 Jahren) die Installation beobachtet. Ich bin sicher, dass pro Haus nur eine Glasfaser zugeführt wurde, die dann an einen Kasten angeschlossen wurde, der zentral an den bestehenden Koaxverteiler angeschlossen wurde und dann alle (11) Koaxkabel mit TV, Internet und Telefon versorgt. Bisher nutzen nach meiner Info nur zwei Hausbewohner das Angebot und es gab keinerlei Engpässe. Eine Glasfaser auch älterer Bauart ist imstande mehrere Hundert Gigabit zu übertragen.
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Wunderbaum
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Re: Die Glasfaser kommt vorbei – aber meist nicht ins Haus

Beitrag von Wunderbaum »

So viele Litzen (Anschlußmöglichkeiten) hat 1 Erdkabel Glasfaser :
Ohne Mikroskop kanns das Menschliche Auge nicht auflösen !
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